Hani Mohamed AlNajjar
Inhaftiert in Bahrain

Hani Mohamed AlNajjar ist ein 25-jähriger Verwaltungsassistent und Bürger in Bahrain. Hani leidet an Muskeldystrophie und benötigt jede Woche eine dreistündige Physiotherapie. Sein Zustand verursacht chronische Schwäche in den oberen und unteren Gliedmaßen, was es ihm erschwert, alleine zu gehen und bestimmte Lebensfunktionen auszuführen. Vor seiner Verhaftung und seinem ungerechten Prozess lebte Hani zu Hause bei seiner Familie, die ihm half, sich um ihn zu kümmern.

Am 12. Mai 2019 erhielt ein Bekannter Hanis einen Anruf der Direktion für Strafverfolgung, in dem es Hani aufforderte am nächsten Tag in ein Untersuchungsgebäude zu kommen. Am 13. Mai 2019 ging ein Mitglied von Hanis Familie ins Untersuchungsgebäude, wo er gebeten wurde, ein Dokument zu unterschreiben, in dem er sich verpflichtete, Hani zu einer Anhörung vor dem Vierten Obersten Strafgericht, das für Terrorismusfälle zuständig ist, zu bringen.

Am 14. Mai 2019 nahm Hani an der Anhörung teil und wurde wegen Rekrutierung und Finanzierung von Terroristen angeklagt, was er leugnete. Der Richter traf die Entscheidung, Hani wegen seiner Behinderung bis zum Prozess freizulassen.

Wenige Tage später wurde Hani mit einem Familienmitglied erneut am Flughafen verhaftet. Er war im Begriff zu reisen, um eine religiöse Stätte zu besuchen, die den schiitischen Muslimen heilig ist. Die Agenten hielten ihn von morgens bis 13 Uhr fest und fragten ihn nach seinen Reiseplänen. Die Agenten nahmen ihn erneut fest und erklärten ihn zu einem gesuchten Flüchtling.

Hani überreichte den Polizisten den Entlassungsbefehl des Richters, wurde später freigelassen, und die Polizisten änderten seinen Status, um ihm zu verbieten, ins Ausland zu reisen. Hanis Verwandte reichten beim Ombudsmann des Innenministeriums eine Beschwerde über das Reiseverbot ein, erhielten aber keine Antwort.

Am 11. Juli 2019 wurde Hani wegen rechtswidriger Versammlung, Aufruhr und Bereitstellung von Mitteln für terroristische Organisationen verurteilt. Insbesondere wurde ihm vorgeworfen, einen anderen Angeklagten angeworben zu haben, der ihm bei der Finanzierung terroristischer Aktivitäten helfen sollte. Hani wurde zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 100.000 Bahrainischen Dinar verurteilt.

Am 19. August 2019 verhafteten Zivilbeamte Hani vor seinem Büro und transportierten ihn in einem unmarkierten Auto ins Gefängnis Jau, um seine Strafe zu verbüßen.

Das Gefängnis ist überfüllt, was Hanis ohnehin begrenzte Bewegung behindert. Hani darf seine Krücken benutzen, darf aber nicht den vom Gefängnisarzt empfohlenen Gang des Zellenblocks hinuntergehen. Er wurde zur Physiotherapie in die Gefängnisklinik gebracht, aber dieser beherbegt unzureichende medizinischer Ausrüstung. Seine Familienmitglieder beschwerten sich beim Bürgerbeauftragten über das Fehlen einer angemessenen medizinischen Versorgung.

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