Mohamed Ebrahim Husain
Inhaftiert in Bahrain

Mohamed Ebrahim Husain ist ein 24-jähriger Bahraini, der als Wachmann für ein Privatunternehmen tätig war. Die Behörden Bahrainas haben ihn mehrfach verhaftet, bedroht, gefoltert und in einem ungerechten Prozess verurteilt. Er verbleibt im Gefängnis von Jau, wo die Behörden seine medizinischen Bedürfnisse ignorieren und vernachlässigt haben.

Mohamed wurde erstmals am 13. März 2011 von Zivilbeamten verhaftet und damit angeklagt während Demonstrationen ein Zelt angezündet zu haben. Er wurde in Abwesenheit zu sechs Monaten Haft verurteilt und am 13. Februar 2012 freigelassen. Seine zweite Verhaftung wurde ebenfalls am 26. November 2012 von Zivilbeamten durchgeführt, nachdem er bei einer Razzia in seinem Haus angegriffen worden war, er wurde des Angriffs auf die Polizeistation Sitra beschuldigt. Die Offiziere, die ihn verhafteten, schlugen Mohamed, vor allem auf den Kopf, und setzten ihn eine Woche lang einer erzwungenen Entführung aus. Mohamed berichtete, dass er gefoltert und schwer geschlagen wurde und dass ihm die Behörden in die Ohren schlugen. Mohamed weigerte sich, am Gerichtsverfahren teilzunehmen, da er der Justiz nicht vertraut und wurde in Abwesenheit zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Auch sein Anwalt wurde über das Gerichtsverfahren nicht informiert und nahm nicht daran teil. Er wurde am 11. Mai 2015 entlassen.

Am 2. Oktober 2017 erlitt Mohamed eine Schädel- und Halsfraktur, zahlreiche Verletzungen des Körpers und fiel durch einen Verkehrsunfall in ein Koma. Drei Tage nachdem Mohamed nach seinem Autounfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde, kamen bahrainische Offiziere in Uniform und anderer Zivilkleidung, um ihn festzunehmen, ohne den Grund anzugeben, aber als sie Mohamed im Koma fanden, kehrten die Offiziere ohne Verhaftung zurück. Etwa eine Woche später wurde Mohamed aus dem Krankenhaus entlassen und konnte nach Hause zurückkehren. Sein Zustand blieb kritisch und er benötigte regelmäßige Pflege und Aufmerksamkeit, was ihn daran hinderte, wegen seiner schlechten kognitiven Fähigkeiten das Haus zu verlassen. Kurz nachdem Mohamed nach Hause zurückgekehrt war, kamen die Offiziere, um ihn zu verhören. Trotz seines Zustandes verhörten ihn die Beamten zu Hause und versuchten, ihn unter Druck zu setzen, als Informant zu arbeiten. Zu diesem Zeitpunkt informierten die Beamten Mohamed nicht darüber, dass Strafanzeigen gegen ihn vorhanden waren.

Ungefähr einen Monat später, während Mohamed nach Saudi-Arabien reiste, wurde er in der Einfahrt von König Fahd von Männern in Zivilkleidung verhaftet. Er wurde etwa vier Stunden lang festgehalten und verhört. Wieder einmal baten die Beamten Mohamed, als Informant zu arbeiten, und er weigerte sich. Als er nach Hause zurückkehrte, erhielt er Anrufe und Drohungen, dass die Behörden ihn inhaftieren und anklagen würden, sollte er nicht kooperieren.

Am 20. März 2018 verhafteten Zivilbeamte, Agenten der National Security Agency (NSA) und Agenten des Special Security Forces Command Mohamed im Dorf Wadyan in einer Sicherheitsoperation. Die Beamten hatten weder einen Gerichtsbeschluss noch legten sie ein anderes offizielles Dokument vor, noch nannten sie den Grund für die Verhaftung. Die Beamten entführten Mohamed für fünf Tage in der Kriminalpolizei (CID), während derer CID-Offiziere Mohamed verhörten, ihn folterten und ihn der Beteiligung an einem Autobombenanschlag im Gebiet Sitra beschuldigten. Sie setzten ihn körperlichen Schlägen und Stromschlägen aus, um ihn zum Geständnis zu zwingen. Er wurde auch einer demütigenden und erniedrigenden Behandlung unterzogen. Am 27. März 2018 wurde Mohamed in das Gefängnis Jau überführt.

Mohamed konnte seine medizinische Behandlung für die Verletzungen, die er während des Autounfalls und der Festnahme erlitten hatte, nicht fortsetzen, obwohl ihm sein Anwalt die notwendigen medizinischen Gutachten zur Verfügung stellte. Darüber hinaus verschlimmerte die Folter, der Mohamed von den bahrainischen Behörden ausgesetzt war, seine Verletzungen durch den Autounfall, was zu Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen führte. Am 10. September 2018 wurde Mohamed in das Militärkrankenhaus der bahrainischen Streitkräfte eingeliefert. Er hatte darum gebeten, ins Krankenhaus gebracht zu werden, seit er zum ersten Mal ins Gefängnis gebracht wurde, fast sechs Monate vergingen seitdem. Er erhielt nur Schmerzmittel im Krankenhaus und wurde zum Salmaniya Medical Complex für Wirbelsäulenoperationen verwiesen, wo er bisher immernoch nicht eingelifert wurde.

Am 29. November 2018 wurde Mohamed wegen Flucht aus dem Land im Zusammenhang mit seiner Reise nach Saudi-Arabien zu drei Jahren Haft verurteilt, obwohl damals keine Anklage gegen ihn bekannt war. Am 25. Februar 2019 bestätigte das Berufungsgericht das Urteil. Darüber hinaus wurde Mohamed an einem unbekannten Tag zu 10 Jahren Haft im Falle einer Autoexplosion verurteilt, obwohl es keine Beweise gegen ihn gab, außer dem Geständnis eines Minderjährigen, der durch Folter gezwungen wurde. Weder er noch sein Anwalt wurden über diesen Fall informiert und er wurde in Abwesenheit verurteilt. Am 25. Dezember 2018 wurde die Strafe von zehn Jahren auf sieben Jahre in der Berufung reduziert. Am 27. Dezember 2018 wurde Mohamed zu weiteren sieben Jahren Haft verurteilt und wegen des Beitritts zur „14. Februar Koalition“ (einer informellen und meist online arbeitenden Gruppe, die die bahrainische Regierung als Terroristin bezeichnet hat) entstaatlicht.

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