Abdulwahab Hussain
Inhaftiert in Bahrain

Abdulwahab Hussain ist ein Philosoph und Sozialkritiker mit einer langen Geschichte des Aktivismus in Bahrain. Der in Nuwaidrat geborene Abdulwahab Hussain erwarb 1977 einen Bachelor-Abschluss in Philosophie und Soziologie von der Kuwait University. Hussain arbeitete als Lehrer und Sozialarbeiter, bis er aufgrund seiner politischen Aktivitäten von seinem Posten verwiesen wurde. Während der zunehmenden Proteste in den 90er Jahren wurde Hussain zweimal verhaftet. Das erste mal war in 1995, als er etwa sechs Monate lang ohne formelle Anklage in Verwarsam genommen wurde. Seine zweite Verhaftung erfolgte im Januar 1996, wo er fünf Jahre lang inhaftiert und in Einzelhaft gehalten wurde. Anfang 2000 wurde Hussain unter Druck gesetzt, ein Entschuldigungsschreiben an den Emir zu unterzeichnen, um eine Begnadigung zu erhalten. Er lehnte ab und blieb noch einige Monate im Gefängnis, bis der High Court of Appeal schließlich seine Freilassung anordnete. Zu Hause angekommen, wurde er erneut von den Sicherheitskräften verhaftet. Hussain blieb in administrativer Haft, bis der neue Emir und der zukünftige König Hamad bin Isa al-Khalifa Anfang 2001 im Rahmen eines Reformprogramms mehreren Oppositionsführern vergeben hatte. Nur wenige Monate nach seiner Entlassung war Hussain Mitbegründer von al-Wefaq, der prominentesten Oppositionsgruppe Bahrains. Im Jahr 2003 kam es jedoch zu Meinungsverschiedenheiten, als Hussain die Opposition aufforderte, eine neue Runde von Parlamentswahlen zu boykottieren. Letztendlich entschied sich al-Wefaq zur Teilnahme and den Wahlen, worauf hin Hussain die Gruppe verließ. Obwohl Hussain mit zahlreichen Reform- und Protestbewegungen in Bahrain zusammengearbeitet hat, ist er heute mit al-Wafa‘ verbunden, einer weiteren von ihm im Februar 2009 mitbegründeten Oppositionsgruppe.

Hussain schloss sich vielen Menschenrechtsaktivisten bei der Organisation der Protestbewegung 2011 gegen die bahrainische Regierung an. Hussain wurde anschließend am 17. März 2011 verhaftet. Sowohl er als auch seine Tochter wurden während der Verhaftung geschlagen und Hussain war während seiner Verhaftung Folter und Misshandlung ausgesetzt.

Er hat einen Teil seiner Strafe in Einzelhaft verbracht und verbleibt bis heute im Gefängnis. Hussain wurde im Gefängnis systematisch der Zugang zu medizinischer Versorgung verweigert, obwohl er an einer chronischen neurologischen Störung leidet. Im November 2013 kam es dann zu Komplikationen, und sein Gesundheitszustand verschlechtert sich weiter. Außerdem leidet er unter „Netzhautrissen, Sehstörungen und niedrigem Hämoglobinspiegel“, so dass er sich zahlreiche Infektionen zugezogen hat, die ebenfalls unbehandelt bleiben.

 

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