Hajer Mansoor
Inhaftiert in Bahrain

Hajer Mansoor Hassan ist die Schwiegermutter des Aktivisten Sayed Ahmed Alwadaei.

Im März 2017 wurde seine Schwiegermutter Hajer Mansoor Hassan, 48, als Konsequenz der Menschenrechtsaktivitäten von Sayed Alwadaei von den bahrainischen Sicherheitskräften verhaftet und beschuldigt, im Südwesten der Hauptstadt Manama „Scheinbomben“ platziert zu haben.

Sie wird derzeit im Gefängnis von Isa Town festgehalten und wegen terroristischer Anschuldigungen verfolgt, insbesondere wegen „Platzierung und Mitnahme eines Objekts, das einem improvisierten Sprengstoff ähnelt, an einem öffentlichen Ort zum Zwecke des Terrorismus“. Sie wies die Anschuldigung mit der Begründung zurück, dass sie von den Sicherheitskräften zur Aussage gezwungen worden sei. Obwohl die Staatsanwaltschaft keine forensischen Beweise fand, die sie mit dem Verbrechen in Verbindung bringen, welches ihr vorgeworfen wird, bleibt sie ohne Kaution inhaftiert.

Nach monatelangen Prozessen und der Verschiebung des Urteils trotz fehlender forensischer Beweise der Staatsanwaltschaft, die sie mit den angeblichen Verbrechen in Verbindung bringen, wurde Hajer Mansoor am 30. Oktober 2017 in Abwesenheit zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil ihr vorgeworfen wurde, eine „Scheinbombe“ Unterstützung der Menschenrechtsarbeit von Sayed Ahmed Alwadaei eingesetzt zu haben. Berichten zufolge wurde sie bei Verhören gefoltert und gezwungen, falsche Geständnisse zu unterschreiben. Am 16. September 2018 wurde Frau Mansoor vom Leiter des Gefängnisses von Isa Town, Major Maryam Albardoli und anderen Gefängniswärtern angegriffen zusammen mit den Mitgefangenen Medina Ali und Najah Yusuf. Dieser Vorfall erfolgte im Zusammenhang mit der Veröffentlichung eines Berichts des UN-Generalsekretärs, in dem ernsthafte Bedenken über den „derzeitigen Trend zu Belästigung und Einschüchterung“ gegen bahrainische Menschenrechtsverteidiger, einschließlich der Familie von Herrn Alwadaei, als Folge ihrer Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen geäußert wurden. Am 7. Januar 2019 erklärte die Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für willkürliche Inhaftierung, die Inhaftierung von Frau Mansoor als „willkürlich“ und als „Akt der Vergeltung“ für die Menschenrechtsarbeit von Herrn Alwadaei in London. Die Gruppe forderte auch ihre sofortige und bedingungslose Freilassung. Seit Februar 2019 ist Frau Mansoor der Zugang zu einer dringenden medizinischen Behandlung für einen Brustknoten, der Krebs und andere medizinische Probleme verursachen kann, verwehrt. Im Februar 2019 äußerte sich der UN-Sonderberichterstatter besorgt über die schlechten Bedingungen im Gefängnis von Frau Mansoor, Isa Town. Zwischen Januar und Februar 2019 mobilisierte sich die internationale Gemeinschaft in diesem Fall, insbesondere vor der Anhörung am 25. Februar. Im Vereinigten Königreich schrieb der Vorsitzende der All Party Parliamentary Group (APPG) für Demokratie und Menschenrechte am Golf, Chris Law, MdB, am 19. Februar 2019 an MENA-Minister Alistair Burt und forderte ihn auf, Menschenrechtsfragen während seiner Reise nach Manama am 20. Februar anzusprechen. Darüber hinaus haben am 22. Februar 7 Abgeordnete an den Hohen Vertreter der EU geschrieben. Schließlich gab der Vorsitzende des Unterausschusses für Menschenrechte des Europäischen Parlaments, Antonio Panzeri, eine Erklärung ab, in der er die Inhaftierung der drei Personen verurteilte und fügte hinzu, dass ihre Freilassung „der einzige Weg ist, um eine gerechte Justiz sicherzustellen“.

Leider hat das Bundesverfassungsgericht in Bahrain am 25. Januar 2019 die dreijährige Haftstrafe gegen sie bestätigt und alle weiteren Rechtsmittel wurden inzwischen ausgeschöpft.

 

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