Medina Ali Ahmed Husain AbdulMohsen
Inhaftiert in Bahrain

Medina, 29, ist eine ausgebildete Verkaufsassistentin von Zugfahrkarten. Nach ihrer Verhaftung im Mai 2017 blieb sie in Haft und wurde im Februar 2018 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie einen verurteilten Verbrecher versteckt hatte.

Am 29. Mai 2017 wurde Medina ohne Haftbefehl von einer Gruppe von etwa fünf maskierten und bewaffneten Offizieren verhaftet, die zivil gekleidet waren, als sie zur Arbeit fuhr. Medina berichtete, dass die Beamten ihr die Augen verbunden hatten, sie in ein anderes Auto überführten und sie zur Polizeistation in Budaiya brachten, wo sie niedergeschlagen wurde. Die Beamten richteten den körperlichen Missbrauch auf ihr Gesicht. Ein Offizier schlug ihren Kopf gegen eine Wand und hinterließ eine Narbe. Die Offiziere beleidigten auch ihren Glauben, drohten, sie zu vergewaltigen, und drohten, ihre Familienmitglieder zu vergewaltigen. Darüber hinaus wurde Medinas Haus durchsucht und ihr Hab und Gut ohne Haftbefehl beschlagnahmt. Am selben Tag überführten bewaffnete Offiziere Medina in die Kriminalpolizei (CID), ohne ihre Familie über ihren Aufenthaltsort zu informieren. Bei der Kriminalpolizei erlaubten die Behörden Medina Ali Ahmed vor dem Prozess nur begrenzten Zugang zu ihrem zugewiesenen Anwalt, was zu einer unzureichenden Vorbereitung ihrer Verteidigung führte. Sie hatte ein persönliches Gespräch mit ihrem Anwalt, aber die Beamten blieben anwesend und verfolgten das Treffen aufmerksam, was sie daran hinderte, frei mit ihrem Anwalt zu sprechen. Während ihrem gewatlsamen Verhör beim CID wurde sie sieben Stunden lang in einem Kühlraum gehalten. Der Verhör dauerte zwei Stunden, in welchem Offiziere damit drohten, Medina „jahrelang“ festzunehmen und sie zu zwingen, ein vorbereitetes Geständnis zu unterschreiben. Medina blieb über Nacht in Gewahrsam des CIDs und durfte nicht schlafen. Am nächsten Morgen wurde Medinas Misshandlung in einer Spezial-Polizeibehörde (OPP) fortgesetzt, wo sie der Beherbergung eines verurteilten Verbrechers angeklagt wurde. Der Staatsanwalt erlaubte ihr trotz wiederholter Anfragen nicht, ihre Familie oder einen Anwalt zu kontaktieren. Schließlich zwangen die Agenten Medina, eine Erklärung zu unterschreiben, ohne sie vorher lesen zu können. Als sie sagte, dass sie die Erklärung lesen wollte, antwortete der OPP: „Wenn Sie diesen Anfrage erneut stellen werden Sie an das CID zurückgeschickt. Unter dieser Drohung unterschrieb Medina die Erklärung. Am 21. Februar 2018 wurde Medina wegen „Versteckens eines verurteilten Verbrechers“ aufgrund ihres erzwungenen Geständnisses zu drei Jahren Haft verurteilt. Obwohl Medina für die Dauer ihres Prozesses inhaftiert war, wurde sie in Abwesenheit verurteilt. Das Berufungsgericht bestätigte die Verurteilung von Medina. Sie hatte innerhalb der Beschwerdefrist jegliche Rechtshilfe die zur Verfügung gestellt wurde ausgeschöpft. Während sie auf den Prozess im Oktober 2017 warteten, belästigten Agenten Medina, als sie am Telefon mit ihrem kranken Sohn sprach. Sie erklärte, dass die Beamten versuchten, sie davon abzuhalten, mit ihrem Sohn zu sprechen. Im selben Monat ging Medina sechs Tage lang in einen Hungerstreik, um gegen schlechte Haftbedingungen zu protestieren. Drei Tage nach ihrem Hungerstreik sank ihr Blutzuckerspiegel deutlich, was zum Transfer in die Klinik und zum Ende des Hungerstreiks führte. Am 23. März 2018 wählten die Behörden Medina nach einem Familienbesuch aus und unternahmen eine Ganzkörper-durchsuchung, ein ungewöhnliches Verfahren. Zur gleichen Zeit unterzog sich eine andere Gefangene dem selben Verfahren. In dem Glauben, dass die Gefängnisbehörden versuchten, sie zu demütigen, sah sich Medina gezwungen, gegen ihre Misshandlung zu protestieren und sich ihrer Zellennachbarin Hajer Mansoor bei einem weiteren Hungerstreik anzuschließen. Am 16. September 2018 protestierte Medina, dass Gefängniswärter sie und ihre Zellengenossen Hajer Mansoor und Najah Yusuf körperlich belästigt haben. Der Vorfall folgte einer Debatte im britischen Parlament, in deren Verlauf ihr Fall zur Sprache gebracht wurde, und die Veröffentlichung einer Sprachaufzeichnung von Medina über Ebtisam Al-Saeghs Instagram-Konto, welche die Haftbedingungen beschreibt. Nach dem Angriff behauptet Medina, dass ein hochrangiger Offizier ihr in einem Bereich des Gefängnisses ohne Überwachungskameras in den Rücken geschlagen hat. Neuste Ereignisse.

Seit dem Angriff hat die Gefängnisverwaltung Telefongespräche und Freizeit außerhalb ihrer Gefängniszelle eingeschränkt und bei Familienbesuchen eine Glasbarriere zwischen Familien und Gefangenen errichtet. Im Januar 2019 wurden Telefonanrufe von Medina, Hajer und Najah für eine Woche suspendiert, nachdem die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierung eine Stellungnahme abgegeben hatte, in der sie die willkürliche und illegale Inhaftierung von Hajer in Betracht zog. Seit April 2019 hatte Medina mehr als ein Jahr lang über unregelmäßige Menstruationen und Gebärmutterblutungen geklagt, ohne zu einem Facharztbesuch zugelassen zu werden. Darüber hinaus bat sie einen Gerichtsmediziner um Rücksprache, eine Stirnverletzung zu untersuchen, die sie während ihrer ersten Verhaftung erlitten hatte, welche bis zum Zeitpunkt des Schreibens immernoch nicht gewährt wurde. Sie bleibt weiterhin inhaftiert und wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.

 

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