Husain Ali Mohamed

Husain ist ein Sekundarschüler. Als er 11 Jahre alt war, wurde er ohne Angabe von Gründen eine Woche lang verhaftet; im Alter von 13 Jahren wurde er erneut verhaftet. Husain war 17 Jahre alt, als er kürzlich zweimal verhaftet und willkürlicher Festnahme und Folter ausgesetzt wurde. Während seiner Haft versäumte er seine Schulbildung an der weiterführenden Schule, und er befindet sich jetzt im New Dry Dock Gefängnis.

Am 18. Januar 2019 wurde das Haus von Husains Familie in Bani Jamra von Beamten in Zivilkleidung und der Bereitschaftspolizei durchsucht. Sie gaben weder einen Grund für seine Verhaftung noch einen Haftbefehl an. Husain verschwand zwangsweise für 12 Tage, woraufhin seine Familie einen Anruf der Kriminalpolizei erhielt, ihm Kleidung und Seife zu bringen. Er wurde dann am 23. Februar 2019 freigelassen.

Am 30. April 2019 wurde Husain zum zweiten Mal verhaftet: Auf seinem Telefon wurde ihm eine Nachricht übermittelt, in der er aufgefordert wurde, mit seinem gesetzlichen Vormund zur Kripo zu gehen. Als Husain mit seinem Vater zur Kriminalpolizei ging, brachten ihn Beamte ins Gebäude und baten seinen Vater, zu gehen. Husain wurde verhaftet und etwa 20 Tage lang beim CID festgehalten. Die Behörden gaben keinen Grund für  Vorladung und Verhaftung an.

Husain wurde in zwei verschiedenen Fällen angeklagt. Husains Familie glaubt, die erste Anklage gegen ihn sei Brandstiftung an Reifen. Was den zweiten Fall betrifft, so wusste seine Familie, dass er wegen Störung des Straßenverkehrs angeklagt wurde. Sie wussten auch, dass er eine Geldstrafe zahlen musste. Nach Zahlung der Strafe erklärten die Behörden jedoch, dass Husain auch der Herstellung einer gefälschten Bombe, der Brandstiftung an Reifen und des Angriffs auf Polizisten beschuldigt wurde.

Am 24. Februar 2019 traf die Staatsanwaltschaft für den ersten Fall die Entscheidung, Husain freizulassen und die Ermittlungsakte wegen Unkenntnis des Täters aufzubewahren. In Bezug auf den zweiten Fall, die Anklage wegen Störung des Straßenverkehrs, wurde Husain gegen eine Kaution von 200 Bahraini-Dinar freigelassen. Seine Familie bezahlte die Geldstrafe, aber Husain wurde nicht freigelassen, da er auch wegen anderer Anklagepunkte belangt wurde. Am 30. Oktober 2019 erließ das Vierte Oberste Strafgericht ein Urteil, in dem Husain zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Am 30. Dezember 2019 bestätigte das Berufungsgericht das Urteil.

Husain wurde ab dem Tag seiner Verhaftung 20 Tage lang von der Kripo verhört. Seine Familie ist der Ansicht, dass die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Brandstiftung an Reifen durchgeführt wurden. Während der Ermittlungen wurden ihm die Augen verbunden, er wurde misshandelt und gefoltert. Er wurde auf den Rücken geschlagen, geohrfeigt, zum Kriechen gezwungen und Elektroschocks an den Beinen ausgesetzt, um ein Geständnis zu erlangen. Husain hat nicht gestanden. Der mit ihm zusammen ermittelnde Offizier bat ihn mit ihnen als Informant zusammenzuarbeiten, und er willigte ein. Nach 20 Tagen wurde Husain in das Dry Dock Gefangenenlager verlegt.

Im Bezug auf die zweite Verhaftung, so wurde gegen Husain ab dem 30. April 2019, dem Datum seiner Verhaftung, 20 Tage lang beim CID ermittelt. Während der Untersuchung wurde er von demselben Beamten, der ihn nach seiner ersten Festnahme verhörte und folterte, geschlagen, misshandelt, beleidigt und Elektroschocks am Hals ausgesetzt. Husain gestand unter Folter. Nach 20-21 Tagen nach seiner Verhaftung, am 20. und 21. Mai, wurde Husain für sechs Monate in ein Dry Dock Gefangenenlager verlegt.

Sein Anwalt konnte während dieser Zeit nicht an seinen Ermittlungen teilnehmen, mit Ausnahme der Gerichtsverhandlungen bezüglich der zweiten Verhaftung. Husain wurde nicht unverzüglich einem Richter vorgeführt. Sein Vater sagte vor dem Gericht aus, dass Husain zum Zeitpunkt des Vorfalls, der ihm zur Last gelegt wurde, in seinem Haus war. Nach der zweiten Verhaftung konnte Husain nur einen Monat nach der Verhaftung Kontakt zu seiner Familie aufnehmen. Das unter Folter erlangte Geständnis für die zweite Verhaftung wurde im Prozess gegen ihn verwendet. Seine Familie berichtete, dass Husain wegen seiner religiösen Sekte beleidigt wurde.

Husain hatte Blutergüsse an Bein und Rücken sowie mehrere Anzeichen, die auf Stromschläge und Folterungen zurückzuführen sind. Dafür erhielt er keine Behandlung. Er bleibt im New Dry Dock Gefängnis für Verurteilte unter 21 Jahren, das unter der Verwaltung des Jau-Gefängnisses steht.

Husains Behandlung stellt eine erhebliche Verletzung der internationalen Menschenrechtsverpflichtung Bahrain´s gemäß dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR) und dem Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (CAT) dar, die Bahrain unterzeichnet hat. Husain ist minderjährig, alle Verhaftungen erfolgten ohne Haftbefehl, im Alter von 17 Jahren verschwand er zwangsweise und wurde gefoltert. Aus den oben genannten Gründen verstoßen Husain´s Verhaftungen, willkürliche Festnahmen, Verhöre und Prozesse gegen die Artikel 7, 9, 10, 14 und 17. Seine Familie glaubt, dass er wegen seiner Religionszugehörigkeit gefoltert wurde, was eine Verletzung der Artikel 18, 19, 21 und 22 des ICCPR darstellt.

Husain ist ein Sekundarschüler, er verpasste die weiterführende Schulbildung während der willkürlichen Verhaftungen und wurde nicht mit Würde behandelt, er verschwand zwangsweise und wurde gefoltert, was einen erheblichen Verstoß gegen CAT darstellt. Als Minderjähriger stellt Husains Behandlung auch einen kolossalen Verstoß gegen die Konvention für die Rechte des Kindes dar, der Bahrain 1989 beitrat.

Americans for Democracy & Human Rights (ADHRB) fordert die Regierung von Bahrain auf, dass jedes Wiederaufnahmeverfahren in Übereinstimmung mit internationalen Standards für einen fairen Prozess und seine Freilassung durchgeführt wird. Darüber hinaus fordert die ADHRB die Regierung auf, die Foltervorwürfe Husains ohne weiteres zu untersuchen, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

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